Publikationen

Lesprobe aus "Selbstständig als Ingenieur"
Kapitel 7.2 Kosten - Controlling

Die Kostenkontrolle muss zeitnah und genau sein. Es macht wenig Sinn, wenn der Kostenverantwortliche erst mit sechs bis acht Wochen Nacheilung erfährt, wie sich die Istkosten gegenüber den Plankosten entwickelt haben. Zeitnah heißt, ca. eine Woche nach Ende des Überwachungszeitraumes von z.B. einem Monat, soll auch das Kontrollergebnis vorliegen. Größere Projekte sollen generell getrennt überwacht werden. Hier muss unter Umständen jeweils nach einer oder zwei Wochen ein Soll-Ist-Vergleich durchgeführt werden, um so den Personal- und Materialeinsatz optimal steuern zu können.

Bei der Frage, wer die Kostenkontrolle durchführen soll, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine neutrale kaufmännische Stelle ist die beste Lösung. Eine Eigenkontrolle muss nicht schlechter sein, hat aber immer ein „Geschmäckle“. Nach einer festgestellten Planabweichung muss die Ursache erforscht werden. Handelt es sich um eine außergewöhnliche, einmalige Abweichung, so muss keine Zielkorrektur erfolgen. Hat die Abweichung dagegen den Charakter eines Dauerzustandes, dann sollte eine maßvolle Korrektur mit einer entsprechenden Begründung vorgenommen werden.

Die Kostenkontrolle dient vor allem der Haushalts- und Ausgabendisziplin. Aber sie ist auch ein hervorragendes Instrument, Schwachstellen in den einzelnen Kostenstellen aufzudecken. Wenn eine Maschine oder Anlage dauerhaft höhere Kosten als geplant verursacht, muss ja mal die Frage an den Kostenverantwortlichen erlaubt sein, was dort los ist. Schon allein die Frage nach den Ursachen bringt die meisten Kostenabweichungen sehr schnell wieder in den Plan und die beteiligten Akteure wieder auf den „Pfad der Tugend“.

zurück

© 2005 by Bernd Thiel