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Leseprobe aus: Technische Dienstleistung
Ein anspruchsvolles Berufsfeld
Für „Bachelors of Engineering“ (B:Eng.)

Vorwort

Dieses Buch ist als Orientierungshilfe und Ratgeber für die Berufswahl der Bachelors of Engineering, (abgekürzt: B. Eng.) gedacht, die an einer Technischen Hochschule, Fach-hochschule oder Berufsakademie in einem einschlägigen Fach der Technischen Dienste studiert und vor ihrem Studium eine Lehre oder ein entsprechendes Praktikum absolviert haben. Es beschreibt die vielfältigen Aufgaben des beruflichen Alltages der Technischen Dienste und wendet sich sowohl an Selbstständige, Freiberufler oder Firmeninhaber, als auch an Angestellte in großen und mittelständischen Industriebetrieben. Die einzelnen Fachdisziplinen werden eingehend besprochen und die wichtigsten Fragen beantwortet.

Die Dienstleistung ganz allgemein kann in zwei große Aufgabenbereiche eingeteilt werden:

  • Den privaten Bereich und
  • Den gewerblich- industriellen Bereich

Im privaten Bereich sind vorrangig die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu bedienen wie z.B. der Zugang zu:

  • Trinkwasser
  • Nahrung
  • Energie
  • Kleidung
  • Wohnung
  • Mobilität

Im gewerblich- industriellen Bereich, der mit seinen Produkten wesentliche Voraus-setzungen für Befriedigung der Grundbedürfnisse schafft, gelten andere Prioritäten. Zwar geht auch dort nichts ohne Energie und Wasser, aber die Anforderungen sind je nach Branche und Betrieb hochkomplex, wie die Ausführungen in den weiteren Kapiteln in diesem Ratgeber darlegen.

Beiden großen Aufgabenbereichen ist jedoch gemeinsam, nämlich die Anforderungen an die Fachdisziplinen der Bachelors of Engineering

Wie in allen Berufen hört auch für Bachelors of Engineering, die im Bereich der Technischen Dienste tätig sind, die Aus- und Weiterbildung nach dem Studium nicht auf, im Gegenteil. Um in den Technischen Diensten richtig Fuß zu fassen, muss auch der B. Eng. sein Wissen ständig aktualisieren und auf dem neuesten Stand halten. Nur so kann er mit modernsten Anlagen umgehen, sie instandhalten oder was noch wichtiger ist, ältere Anlagen modernisieren und auf den neuesten Stand der Technik nachrüsten. Diese letztgenannte Tätigkeit erfordert sehr viel Erfahrung sowie Einfühlungsvermögen und Verständnis für das an älteren Anlagen tätige Personal, da in aller Regel die Modernisierung von Altanlagen im Rahmen von Rationalisierungsinvestitionen erfolgt und eine Reduzierung der Personalzahl zur Folge hat.

Kaum ein Berufsfeld bietet mehr Möglichkeiten zu persönlicher Entfaltung und beruflicher Kreativität als die Technischen Dienste, aber auch in kaum einem anderen technischen Beruf sind im beruflichen Alltag so viele Gesetze, Rechtsvorschriften und Richtlinien zu beachten. Im vorliegenden Buch wird diese Problematik eingehend behandelt. Die wichtigsten Rechtsvorschriften werden aufgelistet und fallweise kommentiert.

Der Bachelor of Engineering in den Technischen Diensten steht neben seinen beruflichen Anforderungen auch im Spannungsdreieck:

  1. Der Kunden- oder Betriebsanforderung, letztlich den Anforderungen des Marktes,
  2. Den Anforderungen des Gesetzgebers in der Form geltender Rechtsvorschriften,
  3. Der betrieblichen Mitbestimmung (Betriebs- und/oder Personalrat) auch dann, wenn er als Selbstständiger für ein Unternehmen tätig ist.

In Kenntnis dieser Zusammenhänge, und diese sind für seine Tätigkeit unabdingbar, muss er sich stets über die Folgen seines Handelns im Klaren sein und diese auch sicher abschätzen können. Berufliche Anfängerfehler werden verziehen, dagegen Fehler in den sensiblen Bereichen Personalführung und Mitbestimmung nur selten oder gar nicht. Verstöße gegen Rechtsvorschriften ziehen meist unangenehme Folgen für die handelnden Personen nach sich. Um all diese Fehler möglichst zu vermeiden, müssen junge Bachelors of Engineering sorgfältig eingearbeitet und auf ihre Aufgaben sehr gut vorbereitet sein.

Um ihnen aber vorweg die Angst vor den Aufgaben, die sie in den Technischen Diensten erwarten, zu nehmen, sei Folgendes gesagt: In den Technischen Diensten wird ein breites Fachwissen, fächerübergreifend, oder anders gesagt, eine interdisziplinäre Ausbildung verlangt. Der Bachelor of Engineering muss aber nicht in jeder Fachdisziplin ein Spezialist sein, er soll aber einen guten Überblick über die Randdisziplinen zu seinem Fachgebiet haben und wissen, wann er sich zur Lösung einer Aufgabe eines Spezialisten bedienen muss.

Zudem benötigt der B.Eng. ein Grundwissen über wirtschaftliche Zusammenhänge, eine ausgeprägte Kommunikationsbereitschaft, ein hohes Veträglichkeitspotential und soziale Kompetenz, da im Bereich der Technischen Dienste häufig im Team oder mit anderen Dienstleistern zusammen gearbeitet werden muss.

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© 2005 by Bernd Thiel